Repetier-Server – DIE Octoprint Alternative

Fast jeder kennt inzwischen Octoprint. Viele von euch installieren es auf einem Raspberry Pi und sind damit sehr zufrieden. Wir haben eine Software gefunden, die mehr kann. Vor allem kann Repetier-Server mehrere Drucker gleichzeitig ansteuern!

Wie ihr alle, haben wir schon seit ziemlich am Anfang Octoprint im Einsatz. Dazu haben wir auch bereits mehrere Tutorials veröffentlicht:

Raspberry Pi Zero W und OctoPrint 0.14
Raspberry + Octoprint + Webcam

und vor einigen Tagen auch ein Tutorial, um einen Touchscreen mit Octoprint zu verwenden.

Touchscreen für Octoprint (Raspberry Pi)

Nun haben wir eine Alternative gefunden, die es wirklich wert ist, hier im Blog erwähnt zu werden. Wir haben mit den Entwicklern gesprochen und dabei sogar Gutschein für euch bekommen können.

 

Inhalt
  1. Allgemein
  2. Eindrücke
  3. Live-Demo
  4. Download
  5. Installation
  6. Fazit
  7. Pro-Version
  8. Gutschein

 

Allgemein

Soweit ist gegen Octoprint auch nichts einzuwenden, die Software läuft stabil und auf fast jedem Raspberry Pi auch flüssig.
Ein großes Manko hat Octoprint allerdings. Darauf wird wohl auch jeder PlastikJunkie in Zukunft stoßen:
Octoprint kann nur einen Drucker ansteuern!

Es gibt zwar die Möglichkeit, Profile für jeden Drucker anzulegen und diese in Octoprint entsprechend zu verwalten, allerdings muss der Drucker trotzdem umgesteckt werden.

Zudem ist es mit Octoprint unmöglich, gleichzeitig auf mehr als einem Drucker zu drucken.

In Repetier-Server könnt ihr “unendlich viele” Drucker anlegen, gleichzeitig ansteuern und sogar per Webcam überwachen.

Dies war auch einer der Gründe, wieso wir auf die Software aufmerksam wurden – mehrere Drucker gleichzeitig anzusteuern ist einfach ein Luxus den wir inzwischen nicht mehr hergeben möchten.

 

Die Software bietet außerdem viele weitere Vorteile, die wir euch nun näher erläutern werden.
Einen Gutscheincode für die Pro Version gibt es am Ende des Beitrags auch (direkt zum Gutschein)

 

Eindrücke

Zunächst empfängt Repetier-Server euch mit einem sehr übersichtlichen Dashboard und dem aktuellen Status aller angeschlossenen Drucker.
Wenn ihr eine Webcam angeschlossen habt, wird statt der Temperatur das Live-Bild des jeweiligen Druckers angezeigt.

Es ist sofort ersichtlich, welcher Drucker gerade angeschaltet ist, oder gerade am Drucken ist.

Einrichtung eines Druckers

Bei der Einrichtung waren wir sehr positiv überrascht! In der Maske um den Drucker anzulegen, wird erstmal lediglich ausgewählt welche Firmware auf dem Drucker installiert ist und an welchem Port er angeschlossen ist. Danach werden die Firmware-Daten ausgelesen, ihr gebt wie üblich die Baugröße des Druckers ein und eine paar weitere Informationen und seid schon fertig. Was uns überrascht hat ist, dass danach in den Druckereinstellungen noch viele weiter Optionen bearbeitet werden können und es einen Aufheiz- und Abkühlassistenten gibt. Dies dient später dazu, die Druckzeiten später genauer bestimmen zu können.
Ein nettes Feature. Eine Webcam-Funktion ist, wie auf dem Screenshot zu sehen, auch mit an Board.
Zudem könnt ihr unter “G-Codes” fertige Codeabfolgen hinterlegen, bei denen ihr dann später die Möglichkeit habt diese jederzeit auszuführen.

 

Im Dashboard gelangt ihr durch Klick auf den Pfeil unten oder auf den Drucker in der Taskleiste oben, direkt zur Übersicht des jeweiligen Druckers.

Hier könnt ihr alle Gcodes sehen, die ihr für den jeweiligen Drucker hochgeladen habt. Über die Tabs oben lässt sich der Drucker schnell ansteuern, die Symbole sind eigentlich selbsterklärend.

In der Übersicht unten werden euch die wichtigsten Daten zum jeweiligen Gcode angezeigt.

 

 

Eine richtig tolle Idee ist, dass Repetier-Server eure Gcodes rendern kann, und die Ansicht dementsprechend auf Renderings umgeschaltet werden kann.
Diese Einstellung macht die Übersicht deutlich Übersichtlicher! Hier wird auch wirklich der entsprechende Gcode gerendert, ersichtlich ist dies im Screenshot auf dem Vorschaubild links, dort ist im Gcode eine Layerhöhe von 0.5mm hinterlegt – die in der Render-Vorschau auch angezeigt wird.

Über den kleinen Info-Button könnt ihr euch auch direkt in der Übersicht noch mehr Informationen zum Gcode anzeigen lassen.

 

Ihr habt die Möglichkeit (vorausgesetzt der Drucker ist ausgewählt) den Drucker vollständig über Repetier-Server zu steuern. Jede Achse lässt sich einzeln ansteuern, das Heizbett und der Extruder lässt sich durch Eingabe oder durch den grafischen Regler einstellen. Die runden Kreise mit den Bezeichnungen “XYZ” lassen sich jeweils auch grafisch verschieben, und das Bett oder der Extruder fährt dann genau an diese Position. Das ist gerade für unerfahrene Benutzer deutlich einfacher, denn man erkennt sofort in der Grafik an welcher Stelle der Extruder steht.

Sobald ihr einen Gcode geladen habt, lässt sich dieser in 2D und 3D anzeigen oder wieder herunterladen. Zudem könnt ihr den Gcode nochmal analysieren, komplett einsehen und sogar nachträglich editieren.

Eine sehr durchdachte Funktion ist “G-Code ausschliessen“. Damit ist es möglich, gerade bei einem großen Druckbett sehr hilfreich, Teile aus dem Gcode auszuschließen. Wenn ihr also beispielsweise mehrere Teile auf einmal druckt, und es löst sich eins davon vom Druckbett oder gefällt euch optisch nicht, wählt ihr die Funktion und markiert einfach den Bereich in dem sich das Teil befindet. Repetier-Server lässt dann genau diesen Bereich beim Drucken aus und ihr müsst nicht mehr den kompletten Druck abbrechen.

 

 

Zusatzfunktionen

Repetier-Server bietet euch viele weitere nützliche Funktionen an, wie zum Beispiel auch “Filamentwechsel”.

Damit ist es möglich, relativ einfach das Filament zu wechseln. Wer das sowieso nicht gerne (oder erfolgreich) macht, hat hier einen kleinen Assistenten.

In den Optionen ist auch noch eine kleine Statistik, für alle Zahlenfreaks unter euch. Sicher interessant zu sehen, wieviele Drucke man im Monat gemacht hat, und wie lange der Drucker gelaufen ist.

Als kleines Extra habt ihr per App die Möglichkeit, bei diversen Aktivitäten eine Push-Nachricht senden zu lassen.

 

Live-Demo

Ihr habt Online die Möglichkeit, die Software vorher zu testen, ohne sie installieren zu müssen.

Außerdem ist dort auch das Touch-Interface zu sehen und kann getestet werden.

zur Live-Demo hier klicken

 

Download

Repetier-Server gibt es für ziemlich jedes System, eine Auswahl aller (in der neuesten Version) findet ihr hier:

https://www.repetier-server.com/download-repetier-server/

 

Installation

Da die meisten wohl mit einem Raspberry Pi arbeiten, erläutern wir hier kurz, wie die Installation auf einem Raspberry Pi durchgeführt wird. Kurz auch deshalb, weil es wirklich sehr schnell geht!

-> Download Repetier-Server Image

-> Etcher (für Windows und macOS verfügbar)

Ladet euch beide Dateien herunter, die Software etcher wird benötigen um das Image auf die SD-Karte zu kopieren.

Dabei gehen wir wie folgt vor :

  • Extrahiert die Image-Datei aus dem Zip-File.
  • Schiebt die SD-Karte in das Lesegerät und findet heraus, welchen Laufwerksbuchstaben sie hat.
  • Öffnet “Etcher”, je nachdem benötigt ihr Administratorrechte (Rechtsklick: als Administrator ausführen)
  • Wählt die Image-Datei im linken Bereich aus.
  • Selektiert im mittleren Bereich den Laufwerksbuchstaben der SD-Karte.
    Sei vorsichtig, wenn du hier die falsche Auswahl triffst, kannst du die ganzen Daten auf deiner Festplatte zerstören.
    Ein zweiter Blick lohnt sich auf jeden Fall!
  • Klicke auf “Flash!” und warte bis der Prozess beendet ist.
  • Schliessen Etcher und wirf die SD-Karte aus.

Das war schon alles! Ihr könnt den Raspberry Pi nun mit der SD-Karte ausstatten, den Drucker anschliessen und den Pi zum ersten Mal starten.

Nach maximal 2-3 Minuten sollte euer Drucker neu gestartet werden, und ist als neues WLAN erreichbar.
Nachdem ihr euch verbunden habt, SSID: RepetierServer – Passwort 12345678 könnt ihr euch auf Repetier-Server einwählen:

http://repetierserver.local oder http://10.10.10.1

Dort lässt sich in den Einstellungen dann auch euer “echtes” WLAN einrichten und der Repetier-Server ist startklar!

Bitte beachtet, dass Repetier-Server nach dem Verbinden mit eurem WLAN eine neue IP bekommt. Sollte er nicht unter http://repetierserver.local erreichbar sein, schaut auf das Display des Druckers, dort wird die IP auch nochmal angezeigt.

Fazit

Repetier-Server ist vor allem auch im Bezug auf mehrere Drucker eine wirklich sehr gute Software-Alternative. Bei uns läuft inzwischen nur noch Repetier-Server und wir haben Octoprint den Rücken gekehrt. Mehrere Drucker gleichzeitig zu bedienen ist sehr komfortabel und wird euch in Zukunft garantiert alle einholen, kein 3D Drucker bleibt lange alleine.

Auch von den vielen extra-Funktionen, wie den gerenderten Vorschaubildern oder den Bereichen die vom Druck ausgeschlossen werden können, profitieren wir inzwischen desöfteren.

Bisher haben wir insgesamt nur einen kleinen Nachteil entdeckt, und das sind die Plugins. Bei Octoprint hat man die Auswahl von vielen Plugins, manche super, manche weniger gut. Solch eine Funktion gibt es bei Repetier-Server bisher (noch) nicht – wir hätten dafür aber auch gar keine Verwendung, außer vielleicht für ein bisschen LED-Beleuchtung.

Wir finden trotzdem, dass Repetier-Server die bessere Alternative ist, die Vorteile überwiegen in dem Fall dem kleinen Nachteil der nicht vorhandenen Plugins.

Pro-Version – muss das sein?

Wir sagen eindeutig: JA!

Repetier-Server lässt sich zwar auch sehr gut als Free Version einsetzen, allerdings entfaltet sich die Software erst so richtig, wenn die Pro Version aktiviert wurde. Gerade Webcam und gerenderte Vorschaubilder sind wirklich ein tolles Feature.
Die Gcodes werden damit sehr übersichtlich dargestellt, sieht einfach super aus!

Natürlich lässt sich vieles auch so nutzen, richtig Spass macht es allerdings erst mit der Pro-Version.
Ihr habt Anfangs die Möglichkeit, die Pro-Version für 14 Tage gratis zu testen – das solltet ihr auch unbedingt machen!

Mehr Informationen zur Pro Version

 

zukünftige Erweiterungen

Außerdem haben wir bei Repetier nachgefragt, was unter den kommenden Features “Projektverwaltung” genauer zu verstehen ist. Es wird eine Funktion geben, die es euch ermöglicht, Projekte anzulegen und dort beliebig viele Dateien hochzuladen. Die Dateien im Projekt werden alle gerendert und können in einem 3D-Viewer angesehen werden. Ihr könnt dort auch zu jedem 3D-Modell eine Beschreibung und Tags hinzufügen, um das Projekt etwas besser ordnen zu können. Gerade für große Projekte mit vielen einzelnen Gcode-Dateien wird dies sicher ein großer Nutzen und Vorteil sein. Deutlich übersichtlicher!

Später wird auch noch ein integrierter Slicer kommen, der euch natürlich ermöglicht, direkt in Repetier-Server zu slicen. Weitere Informationen dazu gibt es bisher allerdings keine.

Kauf der Pro-Version und Unterschiede im Detail
Wir haben uns natürlich, wie immer, um einen Gutschein gekümmert 🙂

 

Mit dem Gutscheincode “plastikjunkies” gibt es 15% Rabatt! 
Repetier-Server Pro Version kaufen

 

Mehr Informationen: https://www.repetier-server.com

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  tobias vor 3 Wochen, 4 Tagen.

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  • Autor
    Beiträge
  • #3070 Antwort

    t0bse
    Keymaster

    Fast jeder kennt inzwischen Octoprint. Viele von euch installieren es auf einem Raspberry Pi und sind damit sehr zufrieden. Wir haben eine Software gefunden, die mehr kann. Vor allem kann Repetier-Server mehrere Drucker gleichzeitig ansteuern! Wie ihr alle, haben wir schon seit ziemlich am Anfang Oc…
    [zum Artikel: Repetier-Server – DIE Octoprint-Alternative]………

  • #3143 Antwort

    Gerd

    toller Bericht!

    Auf den versprochenen Slicer warte ich jetzt bestimmt schon 2 Jahre. Da es da immer noch keine Infos gibt, kann ich nicht mehr so recht dran glauben.

    Ansonsten bin ich ebenfalls sehr zufrieden mit dem Repetier Server.

     

    Gerd

  • #3221 Antwort

    Birdo
    Teilnehmer

    Hmm, das Ding kostet 80€ (ohne Gutschein)? Das ist ja echt happig (mehr als halb so teuer wie mein Drucker!). Octoprint läuft bei mir super und sehr stabil, kostet nix, und lässt sich sehr einfach erweitern. Für vieles gibt es auch schon fertige Plugins (Mailversand, Steureung des Netzteils/Beleuchtung, komplett veränderbares UI usw.). Da sehe ich echt keinen Grund zu einem teuren und geschlossenen System zu wechseln.

    Und das mit den mehreren Druckern leuchtet mir auch nicht so ganz ein 😉
    Warum sollte man sich einen zweiten Drucker zulegen? Mein ANET A8 ist mittlerweile kräftig gemoddet (habe viel Zeit und ein bisschen Geld reingesteckt). Er läuft jetzt super leise und liefert bombige Ergebnisse ab. Ich kann mich schon garnicht mehr erinnern, wann das letzte mal ein Druck schief gegangen ist.
    Und so oft braucht man den Drucker dann ja auch nicht; ein Ersatzteil hier, ein Spielzeug für die Kleine da. Hin und wieder mal ein Geschenk für Freunde/Familie. Ist ja nicht so, dass der Drucker 24/7 laufen würde, so dass man da mit einem Zweiten parallelisieren müsste…

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Birdo. Grund: Rechtschreibfehler
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Birdo. Grund: Kleine Korrektur
  • #3365 Antwort

    Torsten31j

    Hi

    Ich habe den Repetier Server auf einen Raspberry Pi mit 7 Zoll Touch LCD (uber HDMI) laufen. Aber auf den LCD ist die Server Oberfläche nicht in der Full-Anzeige. Sondern links ist noch ca 1/5 frei.
    Wie muss ich es einstellen damit das ganze LCD ausgenutzt wird ?

    Bye Torsten

  • #3426 Antwort

    lab

    Der große Nutzen der Mehrdrucker-Anbindung erschließt sich mir nicht so Recht. Wie viele Drucker + Cams kann ich denn an einen Raspi anschließen?

    Und gerenderte Vorschaubilder sind ja nett, aber der fehlende Slicer (den es bei OctoPrint i.ü. gibt) wiegt da m. M. wesentlich schwerer.

    Für die Lizenkosten der Software kann ich acht RasPi Zero W kaufen und darauf einzelne OctoPrint-Instanzen laufen lassen.

  • #3470 Antwort

    tobias

    hallo ,

    ich hab die pro lizenz gekauft nun ist meine frage wie das raspi image auf dem raspi den lizenzschlüssel eingeben kann oder ist das auf dem raspi nicht erforderlich

    danke im vorraus

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