Creality ENDER 3 Pro mit magnetischer Druckauflage – Kurztest
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Vom Aufbau bis zum ersten Druck in ca. 2 Stunden.

Dieser Artikel soll meine ersten Erfahrungen mit dem Creality 3D Ender 3 Pro widerspiegeln.

Ich hatte die Möglichkeit bekommen den Ender 3 Pro zu Hause auszuprobieren. Im 3D Druck bin ich nicht ganz unerfahren denn ich habe Erfahrungen mit dem Anet A6 und  dem Creality CR-10 der zweiten Generation gesammelt dem ich bereits seit einigen Jahren Druckaufträge bearbeite.

Für meinen Review musste ich also meine Erfahrungen mit den beiden Druckern mal beiseite legen da ich aus der Perspektive des 3D Druck Einsteigers berichten möchte. Trotzdem werde ich an einigen Stellen den Vergleich nicht scheuen.

Verpackung

Abmaße und Gewicht

Der Drucker kommt in einem 59,5 x 49,5 x 16,5 cm großen Karton der etwa 9kg wiegt. Der Zusteller konnte dieses Paket ohne Probleme per Hand bin zur Wohnungstür transportieren.

Transportschutz

Das innere des Pakets ist durch Schaumstoff Elemente sehr gut separiert und sorgt für eine sichere Verpackung des Bausatz. Ja, ich spreche hier bewusst von einem Bausatz. Später dazu mehr.

Die Bauteile waren zusätzlich alle noch einmal in Folie, Luftpolsterfolie oder Tüten verpackt.

es gab ebenfalls Kleinteiletüten die die Beutel mit den nötigen Montagematerialien beinhalteten. Alle Tüten der Schrauben haben Aufkleber mit Bezeichnungen für die Größen bspw. M8x13. Das hilft sehr gut bei der Montage des Druckers da sie so leicht zu finden sind.

Das einzige Bauteil das nicht an seiner vorgesehen Stelle lag war die Z-Trapezgewindestange. Diese hatte sich während des Transportes an die Außenseite des Pakets bewegt. Bei rauem Umgang durch Paketzusteller kann das unter Umständen zu Problemen führen. Meine Z-Trapezgewindestange war aber unversehrt und konnte ohne Probleme verbaut werden.

Inhalt

Im Paket sind alle Bauteile und Werkzeuge vorhanden die für eine Inbetriebnahme des Druckers notwendig sind. Das einzige was man mitbringen muss ist ca. 2h Zeit und einen geeigneten Platz für die Montage. 1×1,5m reichen hier auf Grund des kleinen Fußabdrucks aus.

In der Packung sind folgende Dinge enthalten:

KleinteileKleinteile

3D Drucker Einzelteile
1x magnetische Druckauflage
1 x Seitenschneider
1 x Ersatzdüse
1 x microSD Card
1x microSD Card USB Adapter
2 x Pneumatik Kupplungen
Kabelbinder
1 x Spachtel
5 x Sechskantschlüssel
1 x Nadel für die Düsenreinigung
2 x Maulschlüssel für Düse und Radschrauben
1 x Schraubendreher
kleine Filamentprobe
Qualitätscheck Zertifikat
Garantiekarte
Aufbauanleitung

Montage

Montageanleitung

Da ich den Test so nah wie möglich am Einsteiger durchgeführt habe, habe ich mich voll und ganz auf die gedruckte Montageanleitung (v1.0) verlassen. Diese sollte sich aber mit der Montageanleitung auf der mitgelieferten microSD Karte decken. Eine neuere Version konnte ich im Netz nicht finden. Dazu später mehr.

Die Montageanleitung ist in englischer Sprache verfasst. Wer eine übersetzte Anleitung benötigt geht hier leer aus. Die Bebilderung hilft aber auch ohne Englischkenntnisse die Montage zu erledigen.

Netzteilmontage – Irritation und Lösung

Eine Stelle in der Anleitung scheint nicht mehr aktuell zu sein. Bei der Montage des Netzteils an dem Z-Rahmen sind schwarze Sechskantschrauben mit Zylinderkopf ohne Maße abgebildet. Diese wurde durch helle M4x20 Linsenkopfschrauben ersetzt.

Ich hab wegen dieser Unklarheit an der Stelle die Montage des Netzteils ganz zum Schluss vorgenommen um zu sehen welcher Beutel übrig bleibt. Das hatte auch den Vorteil, dass der Drucker während der Montage nicht so schwer ist da man ihn ab und zu auch mal auf die Seite legen muss.

Montagefluss

Alles im Allem muss ich sagen, dass die Montage des Ender 3 Pro im Vergleich zum großen Bruder CR-10 etwas umfangreicher ausfällt aber im Vergleich zu einem Anet A6 um Welten einfacher ist. Die teilweise vormontierten Baugruppen helfen enorm um einen zügigen Aufbau zu erledigen.

Alle Baugruppen lassen sich ohne Probleme an die dafür vorgesehenen Stellen montieren. Bis auf die Irritation bei der Netzteilmontage lief alles ohne Probleme zügig ab und die Anleitung lässt bis auf die Netzteilschrauben keine Fragen offen. Ich habe ca. 2h zusammen mit meinem 6 jährigen Sohn für Montage benötigt. Dazu gehörten aber auch Erklärungen und Zusammenarbeit. Wenn man das konzentriert alleine erledigt würde ich 1- 1,5h bis zum ersten Druck veranschlagen.

Bei der Montage der X-Achse sollte man mit besonderer Sorgfalt vorgehen damit die Rollen genau im 90° Winkel angebracht werden. Das erleichtert das spätere Einstellen der Laufrollen.


Tipp: Wie bei allen halb vormontierten Druckern lohnt sich genaues hinsehen.

Drucken

Inbetriebnahme

Nach dem der Drucker montiert ist, müssen die Laufrollen noch eingestellt werden. Das muss an allen Achsen vorgenommen werden. Dafür wird einer der Maulschlüssel benötigt. Dieser wird an den Exzenterabstandhaltern angesetzt und langsam bewegt bis die Rollen Griff haben. Als Daumenregel kann sagen, dass alle Rollen bei fester Achse gerade so nicht durchdrehen sollten. Das kann man mit der Hand prima überprüfen. Bitte auf keinen Fall überfest anziehen da man sich sonst Dellen in die POM-Räder macht und das während des Druck zu sehen ist.

Wenn nicht schon erledigt erfolgt nun die Verkabelung. Die Markierungen der Kabel ist dabei eine große Hilfe. Die Montage des Extruders

Ich kann mir vorstellen das einige jetzt schon gerne ein Auto Homing per Druckermenü machen wollen. Vorsicht! zuerst muss das Bett getrimmt werden.

Bett trimmen

Jetzt geht es los. Der Drucker sollte nun am Einsatzort platziert werden. Bitte darauf achten, dass das Druckbett genug Platz zum hinteren ausfahren hat und die Kabel des Heizbetts nicht gegen einen Anschlag fährt und dadurch unnötig geknickt werden. Ebenso sollte seitlich genug Platz sein damit die auf der Z-Achse laufende X-Achse nirgends anstößt.

Um das Druckbett nun für den ersten Probedruck vorzubereiten muss es getrimmt werden.

Dazu dreht man vorerst an den Einstellschrauben des Hotbed bis die Federn gut durchgespannt sind.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt die magnetische Druckauflage anzubringen, falls nicht schon erledigt, und ein Autohoming im Druckermenü zu starten. Dabei empfiehlt es sich den Netzstecker im Griff zu haben. Denn falls bei der Verkabelung etwas vertauscht wurde kann man so schnell den Drucker stromlos machen.

Falls der Drucker nicht wie nötig an die richtigen Positionen fährt oder Endschalter ignoriert sollte man die Verkabelung nochmal genau überprüfen.

Im Fall des korrekten Homing ist es jetzt Zeit mit Hilfe der Anleitung (als Abstandshalter) das Bett zu trimmen. Dazu habe ich das Druckbett mit allen vier Einstellrädern der Düse genähert. Zum Verschieben des Druckkopf an die vier Ecken des Druckbetts nutze ich die “Move Axis” Funktion im Preparemenü. Dies sorgt für eine Stabile Z-Achse da die Stepper so aktiviert bleiben. Geduld und Vorsicht beim Verfahren des Druckkopfs ist hier ausschlaggebend.

Nachdem ich alle vier Ecken getrimmt habe fahre ich den Druckkopf vorsichtig in die Mitte um den Abstand zu überprüfen. Dabei habe ich festgestellt, dass die Mitte des beheizten Druckbetts etwas abgesackt ist. Im späteren Druckverlauf spielte das aber noch keine große Rolle. Aus meiner Erfahrung lässt sich das mit ein paar Lagen Aluminiumfolie an entsprechender Stelle beheben.

Bitte im Hinterkopf behalten das sich nach dem heizen des Druckbetts und der Düse die Toleranzen noch verändern. In meinem Fall passte es auch mit kalt getrimmten Druckbett/Düse.

Druckauftrag starten

Um auf den ersten Druck zu starten starte ich nun den Menüpunkt Prepare -> Preheat PLA.

Nach dem der Drucker die Betriebstemperatur einige Zeit gehalten hat überprüfe ich ob an den XT-60 Verbindern eine Wärmeentwicklung stattfindet.
Nach Erfahrungen im Netz ist das wohl eine Stelle die mit der Zeit immer mal wieder kontrolliert werden sollte. Bei einer Sichtkontrolle habe auch ich Unregelmäßigkeiten bei der Verarbeitung der Stecker festgestellt.

Von der microSD Karte habe ich nun den kleinen Hund gewählt und den Druck gestartet. Nach dem Druck des Rafts und ca. 5 Layern vom Objekt hab ich die Feedrate FR auf 115% eingestellt. Das macht man während des Drucks am großen Einstellrad und so benötigte der Druck 3h.

Jetzt kann die magnetische Druckauflage zeigen was sie kann. Nach dem der Druck etwas abgekühlt ist kann man die Druckunterlage vom Heizbett nehmen. Durch leichtes wölben löst sich der ausgedruckte Hund ohne Probleme ab. Danach kann das die Druckunterlage wieder auf dem Heizbett anbringen.

Das Ergebnis ist Out-Of-The-Box kann sich durchaus sehen lassen.

Fazit

Soweit mir der erste Druck ein Urteil erlaubt würde ich bei dem Ender 3 Pro von einem grundsoliden mittelgroßen FDM 3D-Drucker reden.
Der Bausatz ist schnell montiert und das Gerät ist damit flott einsetzbar. Die Verarbeitung des Druckers durch Creality 3D ist wie auf dem Niveau des CR-10. Die Verwendung der etablierten OpenBuilds V-Slot Profile hat sich bewährt. Creality 3D hat hier einen Drucker abgeliefert der auf einer kleinen Stellfläche gut Platz findet. Wer Lust am modifizieren hat der findet für diesen Drucker eine große und wachsende Community. Dies ermöglicht auch einen guten Einstieg wenn man von der Materie noch gar keine Ahnung hat.

Die Schwachstellen an dem Drucker sind der XT60 Verbinder und die aktuelle Firmware.
Die installierte Firmware hat keine Thermische Sicherung, lässt sich aber auf eine aktuelle mit Schutzfunktion aktualisieren.
Beim XT-60 Verbinder solltet ihr den Zustand der Lötstelle überprüfen und ggf. nachbessern. Trotzdem sollte die Verbindung immer im Blick behalten werden.

Tipp:

Beim Einsatz von Simplify3D kann man den gcode vom Hund als FFF Profil importieren. Damit hat man eine Basis auf dem man gut ein Profil aufbauen kann.

 

Für alle Interessierten, gibt es den Drucker gibt es hier auf Amazon zu kaufen (bis zum 30.06.2019 gewährt der Händler sogar noch 20€ Rabatt!)