Creality3D CR-X im Test

Auch wir hatten nun endlich die Möglichkeit den Creality3D CR-X zu testen. Eigentlich hatten wir gehofft es wird der neue Star unter den Druckern – es bleibt aber wohl eher beim Sternchen.

Eigentlich hatten wir uns sehr auf den Drucker gefreut, hier nochmal alle Details zum Creality3D CR-X in unserer Vorstellung: Lieferbar! Creality3D CR-X angekündigt – Dual Extruder!

Auspacken

Der Drucker kam gut verpackt bei uns an und wurde sofort ausgepackt, wir erwarteten eigentlich einen Drucker der neue chinesische Maßstäbe setzt. Das Auspacken haben wir, wie immer, fotografisch festgehalten.

Wie zu sehen, ist der Drucker wirklich gut verpackt, die Glasplatte ist sogar vormontiert auf dem Druckbett und kam trotzdem unbeschadet bei uns an. Toll ist auch, dass zwei Rollen Filament (je 1 Kilogramm!) mitgeliefert werden. Damit ist erstmal genug Material vorhanden um auszuprobieren.

Inhalt

Inhaltlich ist es inzwischen kaum mehr zu unterscheiden, ob es Creality3D oder ein anderer Hersteller wie beispielsweise Anycubic oder JGAURORA ist, alle Hersteller liefern inzwischen so ziemlich die selben Inhalte und Zubehör mit.

Positiv zu erwähnen ist aber, dass die Glasplatte die beiliegt sich deutlich von anderen unterscheidet. Auf der Glasplatte vom Creality3D CR-X ist eine Beschichtung aufgebracht (nicht lösbar). Gefühlt ist es eine bedruckte Glasplatte, allerdings fühlt sich das Material eher rutschfest an, Gummi- oder Silikon-artig.

Das Filament ist auch kein „selbst hergestelltes“, sondern CCTREE Filament, verfügbar zum Beispiel auf Amazon, siehe Banner unten.

 

Aufbau

Wie ihr am Zubehör und an den Auspack-Fotos schon erkennen könnt, ist der Drucker zum Großteil vormontiert und es muss im Prinzip nur der Aufbau, also die Z und X-Achse auf das Unterteil geschraubt werden.

Jedoch ist uns hier ein Transportschaden aufgefallen, der sich auf Anhieb so nicht beheben lässt. Der Hersteller kann dafür sicher wenig, allerdings ist die Freude damit erstmal getrübt, denn die Achse des linken Z-Steppers ist verbogen. Aufgrund der Materialstärke lässt sich die Achse auch nicht einfach so wieder zurückbiegen sondern der Stepper muss ersetzt werden.

Macht zum ersten Test nicht viel aus, aber sollte getauscht werden damit die Stepper auf beiden Seiten die selben sind. Allerdings sollte man hier darauf achten, dass der Austausch-Stepper die selbe Bauhöhe hat wie der derzeit verbaute. In unserer Ersatzteil-Kiste befanden sich nur Stepper die ca. 5mm höher waren, als der verbaute Stepper am Creality3D CR-X.

 

Nach dem Wechsel des Steppers konnten wir den Drucker dann natürlich trotzdem aufbauen. In der gedruckten (!) Anleitung ist gut beschrieben, wie vorzugehen ist.
Hier ein kurzer Auszug daraus:

 

Stecker

Mit den vier Schrauben unten (etwas unhandlich bei der Größe und dem Gewicht) sind schon 50% der Aufbau-Arbeit erledigt. Nun müssen nur noch alle Stecker verbunden werden und der Creality3D CR-X ist betriebsbereit.

 

Bei der Verkabelung fällt uns auf, dass man als „Hauptkabel“ ein IDE-Kabel, wie man es von älteren Festplatten kennt, verwendet hat. Einerseits super zu handhaben, andererseits fließt hier auch jeglicher Strom an die X-Achse und den Extruder. Scheint dem geringen Durchmesser des Kabels aber nichts auszumachen und wir konnten beim Test keine „heißen Kabel“ feststellen.

Super gelöst ist beim Creality3D CR-X auch die Verkabelung der Z- und Y-Stepper. Alle Kabel verschwinden in der Box in der auch die Elektronik verbaut ist, ein aufgeräumter Tisch ist das Ergebnis. Keine Kabel die herunterhängen oder irgendwo im Weg sind. Eine tolle Lösung!

 

Heizbett

Das Kabel vom Heizbett ist mit einer gegossenen (nicht gedruckt) Zugentlastung ausgestattet und das Kabel war bereits bei der Lieferung so fixiert wie auf den Bildern erkennbar. Die Lötstelle am Heizbett ist leider nicht ideal und sieht etwas unsauber aus, hält aber erstmal sehr gut. Auf lange Sicht würden wir die Kabel vielleicht nochmal besser anlöten.

Die Isolierung des Heatbed ist auch Serie beim Creality3D CR-X. Da diese bereits aufgeklebt ist, kann man den Drucker also wirklich sofort in Betrieb nehmen und muss ihn nicht nochmal auseinanderbauen um die Isolierung zu verkleben.

 

Inbetriebnahme und erster Druck (oder auch nicht)

Wir haben den Drucker relativ schnell fertig aufgebaut, und selbst wenn man sich für die Analyse der Einzelteile viel Zeit lässt, ist der Aufbau innerhalb weniger Minuten erledigt.

Beim ersten Start hat uns überrascht, dass der Creality3D CR-X wohl über einen „echten“ Lautsprecher verfügt und somit beim Einschalten auch Mario Kart ähnliches Melodien von sich gibt 🙂

 

Probleme!

Leider hat unsere Vorfreude dann noch ein Problem getrübt, das nicht so schnell zu beheben war wie der Stepper. Es mag am „Vorab-Produkt“ liegen, oder es ist schlichtweg ein Konstruktionsfehler. Aber vorab zur näheren Erläuterung: Der Drucker war im Ursprung mit einem Z-Stepper und einer Umlenkrolle oben geplant (und auch im Video so von Creality3D vorgestellt worden, siehe Video in unserer Ankündigung).

Creality3D scheint sich aber wohl nochmal für eine Verbesserung entschieden zu haben, und dachte sich, statt Umlenkrolle und nur ein Stepper bauen wir auf beide Seiten einen Stepper für Z und lassen damit die Umlenkrolle oben wegfallen. Eigentlich eine gute Idee, denn somit kann jeder Stepper eine Z-Spindel antreiben und der Antrieb muss nicht von einem Stepper alleine übernommen werden.

Nun hat man aber anscheinend vergessen, dass die Z-Achse trotzdem ganz nach unten muss, um einen Druck zu starten und das Problem stellt sich wie folgt dar:

Fährt man die Z-Achse auf Home, also ganz nach unten, berührt die Halterung der X-Achse die Halterung des (von vorne gesehen) rechten Steppers. Somit wird der Z-Endstop nicht getriggert und der Creality3D CR-X versucht weiterhin, die Z-Achse nach unten zu bewegen.

Natürlich werdet ihr euch nun denken, kein Problem, setzen wir den Z-Endstop doch einfach nach oben, dann ist das Problem gelöst. Das haben wir auch getan, der Endstop lässt sich durch Lösen der beiden Schrauben nach oben Schieben und wird dann gedrückt, bevor die Halterung der X-Achse hinten die Befestigung des Steppers berührt.

Nächstes Problem.

Nun haben wir das zweite Problem gelöst, das dritte ist aber nicht weit. Denn wenn man den Z-Endstop weiter oben befestigt, muss auch das Heatbead weiter nach oben, um die berühmte Papierbreite Abstand zur Nozzle zu haben.
Also konnten wir an allen vier (wirklich hervorragend groß und handliche) Rädchen am Heatbed drehen um festzustellen dass die Schraube/Feder zu kurz ist. Das Heatbed muss also durch längere Schrauben und ggf. auch Federn höher gelegt werden, um mit dem höher gesetzten Endstop zu funktionieren.

Zwischenfazit

Selbstverständlich lässt sich auch dieses Problem beheben und der Drucker liefert dann auch brauchbare Drucke. Allerdings ist er, wenn er denn wirklich so ausgeliefert wird, dafür schlichtweg zu teuer. Für den Preis erwarten wir KEINE Probleme. Ein Stepper darf beim Transport kaputt gehen, aber solche massiven Konstruktionsfehler sollte man inzwischen aus China nicht mehr erwarten müssen.

Wir gehen aber davon aus, dass der Drucker den wir getestet haben ein Vorserienprodukt ist und in der finalen Auslieferung all diese Fehler behoben sind.
Bei anderen Tests des Creality3D CR-X (z.B. auf YouTube) sind diese Probleme teilweise nicht mehr vorhanden (oder sie wurden bereits vom Tester behoben ohne es zu erwähnen?).

 

Elektronik und Firmware

Wir haben den Drucker auch wieder aufgeschraubt, um zu sehen was unter der Haube steckt.

Zusammengefasst:

  • Touchscreen von DWIN
  • Creality3D V2.1 Board mit einem ATMEGA2560 (Bootloader bereits vorhanden)
  • MEAN WELL Netzteil 24V 21A (Qualitäts-Netzteil!)

Hier solltet ihr mit Ersatzteilen vorsichtig sein, nicht alle Ersatzteile sind für 24V ausgelegt!

  • DELIXI Relais für das Heizbett, welches somit auch mit 24V betrieben wird und somit schneller heizt als beispielsweise ein CR-10
  • Kabel sind teilweise mit Kabelschuhen versehen, zum Großteil aber mit Heißkleber zusätzlich fixiert und auch isoliert. Pfui.
  • wie oben schon erwähnt, ein vollwertiger Lautsprecher zur Audio-Ausgabe

Fazit

Sollten der Fehler mit dem Endstop behoben sein, ist der Drucker sein Geld sicher wert (mit Gutschein derzeit ca. 550€)
Allerdings sollte man trotzdem noch abwegen, ob man einen Dual-Drucker benötigt.

Denn Dual-Color ist nicht einfach nur eine Farbe mehr, beachtet dabei:

  • man muss sich mit den entsprechenden Slicer-Einstellungen vertraut machen
  • der höhere Materialverbrauch (es muss ein Tower neben dem eigentlichen Objekt gedruckt werden um die Farbe zu wechseln/die Düse zu leeren)
  • der CR-X kommt nur mit einer Düse, dies hat seine Vor- aber auch Nachteile, siehe Punkt davor
  • „querbeet“ bunt lässt sich weiterhin nicht drucken, nur Schichten lassen sich farbig unterschiedlich drucken

Vor ein paar Tagen (Mitte September 2018), gab es den CR-10 für nur 258€ zu kaufen. Dies möchten wir auch als alternative zum doppelt so teuren CR-X aufzeigen.

Die Lösung und Idee hinter dem CR-X ist zwar da, aber irgendwie noch nicht komplett umgesetzt.
Bei einem Dual-Color würden wir uns eher zwei Hot-Ends wünschen um den Materialverbrauch einzudämmen (auch wenn das leveln dann etwas schwieriger wird) und eben die Probleme müssten bei einem, nennen wir ihn einfach mal CR-Xs, beseitigt werden.

Aber auch dann wäre immer noch zu überlegen, ob sich ein Dual-Color Drucker denn überhaupt für den persönlichen Bedarf lohnt.

Die Druckqualität des Creality3D CR-X ist zufriedenstellend, aber lange nicht gut, es geht deutlich besser! Leider liefert selbst ein Creality3D CR10 oder Creality3D CR10S out of the box bessere Ergebnisse, siehe Video (bei 6:30 gut zu sehen)

 

Abonniert uns auf Facebook und schaut auf unserer Gutscheinseite vorbei, um keine Angebote zu verpassen!

Facebook Gruppe zum Creality3D CR-X

 

Kaufen und Gutschein

Den Creality CR-X Gutschein und alle Alternativen gibt es immer aktuell auf unserer Gutscheinseite: https://gutscheine.plastikjunkies.de

 

weitere Detailfotos

 

Startseite Foren Creality3D CR-X im Test

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  t0bse vor 2 Monate, 2 Wochen.

Login Registrieren
  • Autor
    Beiträge
  • #6201 Antwort

    t0bse
    Keymaster

    Auch wir hatten nun endlich die Möglichkeit den Creality3D CR-X zu testen. Eigentlich hatten wir gehofft es wird der neue Star unter den Druckern – es bleibt aber wohl eher beim Sternchen.


    [zum Artikel: Creality3D CR-X im Test]………

Login Registrieren
Antwort auf: Creality3D CR-X im Test
Deine Information: