[TEST] Titan Heatbreak

Als 3D Drucker-Nerds leben wir heute in einer ziemlich guten Zeit.
Auch wenn wir uns (noch) nicht alle einen dieser sexy SLA oder DLP Drucker, rein für Spaß und Schabernack, in das Hobby-Dungeon stellen können, so haben wir doch per heute ein recht beeindruckende Auswahl verschiedenster FDM/FFF Drucker in den verschiedensten Farben, Formen und Dimensionen.

Ein positiver Nebeneffekt dieser aberwitzigen Produktvielfalt im FDM/FFF-Druckerbereich ist eine erstaunliche Anzahl von Zubehörteilen, mal mit mehr, mal mit wenig Sinn.

Heute möchte ich mir mit euch wieder einen kleinen Teil dieses Marktes anschauen. Denn die Hive-Mind kann uns allen dabei helfen frustrierende Erfahrungen zu vermeiden oder zumindest informiertere Entscheidungen zu treffen.

Eines wollen wir gleich zu Beginn festhalten: Im folgenden handelt es sich um die persönliche Meinung des Verfassers, welche weder von den Plastikjunkies, noch dem Hersteller beeinflusst wird, wurde oder werden kann. Ich ordne mich im Vergleich mit meinen Kollegen hier auf der Seite eher den Noobs zu, und wende mich mit meinem Rat und meiner Meinung daher primär an die 3D Neulinge. Profis dürfen aber auch gerne weiterlesen und mich dann in den Kommentaren maßregeln.

Dies vorausgeschickt: Lehnen wir uns zurück, heizen die Nozzle auf und schauen wir uns ein neues Tuning-Teil an…

Man hat den Begriff wahrscheinlich schon öfter in verschiedenen Gruppen oder Forenunterhaltungen gelesen: „Titan Throat“. Auch bekannt als „Titan Heatbreaks“.

Kleine Sachkunde zum Anfang…
Die „Heatbreak“ erfüllt beim 3D Druck einige sehr wichtige Aufgaben und ihre Qualität und Relevanz für eure Druckqualität sollte daher nicht unterschätzt werden.
Primär soll sie verhindern, dass die Hitze vom Hotend (dem Block in dem die Düse sitzt) ins Coldend (das (oft) gerippte Teil, auf dem der Ventilator sitzt) kriecht. Hierdurch wird verhindert, dass das Filament zu früh zu schmelzen anfängt.
Die Ideale Heatbreak weist die folgenden Eigenschaften auf:

  1. Sie ist verjüngt, um weniger Hitze an das Coldend weiter zu leiten.
  2. Sie ist am unteren Ende glatt geschliffen, damit sie dicht auf der Düse aufliegt.

Material & Eigenschaften:

Warum muss der Throat aus Titan sein? Warum nicht Aluminium, Stahl, Gold, Silber oder Kupfer?
Nun, wir alle wissen, dass Silber und Kupfer hervorragende Wärmeleiter (λ) sind. Was wir bei einer Heatbreak natürlich NICHT wollen, ist hervorragende Wärmeleitung. Also suchen wir ein Metall mit miserabler Wärmeleitung. Das (meines Wissens) einzige Metall, dass Wärme schlechter leitet als legierter Stahl ist? Richtig Titan. Und da kommt unsere Wunder Heat Break ins Spiel.
Die Theorie ist also, dass weniger Hitze durch die Heatbreak an den Kühlkörper weiter gegeben wird. Damit ein kleinerer Teil des Heizkörpers heiß ist und weniger Filament auf einmal anschmilzt. Idealerweise nur das ganz unten bei der Düse.

Links sieht man den Titan Throat, rechts den Ender 2 Stock Heat Break.
Das Teil ist schon einmal verjüngt, was den Hitze-Übergang zum Cold End schon einmal deutlich begrenzt.
Während die Verjüngung deutlich stärker ist, als beim stock Teil, so ist sie doch auch deutlich kürzer. Das fand ich zunächst negativ, da so die Hitzeübertragung im ersten Moment natürlich deutlich begünstigt scheint, man darf aber auch nicht vergessen, dass die Wärmeleitfähigkeit von Titan in keiner Weise mit der von anderen Metallen vergleichbar ist. Die Position der Verjüngung bestimmt den Zeitpunkt des Übergangs von flüssigem zu festem Filament.

Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, dass die Bauform keineswegs zufällig sei, sondern sein Vorbild im gut funktionierenden E3D-V6 findet. Seinen Zweck erfüllt die Verjüngung letztlich zweifellos.
Richtung Düse ist das Titan Teil, im Vergleich zum Stock-Teil glatt geschliffen. Es besteht also eine plane und damit dichte Auflage, was ein Auslaufen von Filament zwischen Hotend und Düse verhindert…

Oben enttäuschte mich das Titan Teil leider etwas. Beim Einführen des Filaments hatte ich oft das Problem, an der Innenkante des Heatbreaks hängen zu bleiben. Das Einführen von Filament war zwar nicht unmöglich aber schwierig und mit der Zeit sehr nerven aufreibend. Hätte man hier einen leichten Trichter eingefasst, wäre das Einführen des Filaments deutlich komfortabler gewesen.

Es sollte selbstverständlich sein, dass man die ersten 2-3 cm des Filaments gerade biegt. Das brachte bei mir jedoch keine Abhilfe.
Mit diesem Umstand konfrontiert, erklärte der Hersteller, dass man sich ganz bewusst gegen dieses Vorgehen entschieden hätte, da durch einen Trichter eine Lücke zwischen HB und PTFE Schlauch entstünde.

Dies erhöhe die Bewegungsmöglichkeit des PTFE Schlauchs und somit die nötige Retract-Distanz. Wenn ein Filament an der Stelle hake, sei wahrscheinlich das Loch in seinem Schlauch nicht mittig. Naja, kann natürlich sein, ist mir jedoch bisher noch nicht untergekommen. Dennoch kann man auch diese Fehlerquelle ruhig mal im Hinterkopf behalten.

 

Für wen lohnt sich ein Titan Heatbreak?
Der Heatbreak wurde pfiffigerweise so designed, dass der Schlauch nicht bis an die Nozzle herangeschoben wird, sondern nur bis kurz hinter die Verjüngung. Das hat zur Folge, dass der PFT Schlauch, welcher ja selbst nicht beliebig temperaturresistent ist, nicht die volle Hitze des Hotends abbekommt, nicht weich wird und vor sich hin schmort und seine Lebensdauer damit dramatisch verlängert wird.

Wie oben bereits erwähnt, hat das hier verwendete Titan 6AL4V hat eine so geringe Wärmeleitfähigkeit, dass der Kühlkörper schätzungsweise um 80-100° entlastet werden kann.

Damit wird ersichtlich, dass ein Umbau vom Stock zum Titan Heatbreak sich primär für diejenigen lohnt, die die Herausforderung des heiß druckens (ABS, Copolyester, HIPS, Nylon…) lieben.

Der designierte „Kaltdrucker“ (PLA, PVA, …) hat von der Titan Variante zunächst keine großen Vorteile, außer dass natürlich auch bei ihm Kühlkörper signifikant entlastet wird.

Vor dem Hintergrund, dass sich der Titan Heatbrak im Handling doch vom Stock Heatbreak unterscheidet (Retraction muss angepasst werden, etc) ist der vergleichsweise kalt druckende Anfänger besser mit einem normalen Heatbreak bedient. Diese entlasten ebenfalls den Kühlkörper, sind stabil und in der Handhabung ebenso unkompliziert wie der original Heatbreak.

Fazit:

Für „Heißdrucker“ wird sich die Anschaffung eines  Titan Heatbreak lohnen. Hauptgründe sind meines Erachtens die maßgebliche Entlastung des Kühlkörpers und der Schutz des PFT Schlauchs. Die Verarbeitung und Stabilität des hier vorliegenden Teils ist tadellos und kann sich unproblematisch mit hochpreisigen Konkurrenten messen.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem kleinen Bericht helfen

 

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Isch vor 2 Tagen, 20 Stunden.

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  • #5320 Antwort

    dd!
    Keymaster

    Als 3D Drucker-Nerds leben wir heute in einer ziemlich guten Zeit. Auch wenn wir uns (noch) nicht alle einen dieser sexy SLA oder DLP Drucker, rein für Spaß und Schabernack, in das Hobby-Dungeon stellen können, so haben wir doch per heute ein recht beeindruckende Auswahl verschiedenster FDM/FFF Druc…
    [zum Artikel: [TEST] Titan Heatbreak]………

  • #5321 Antwort

    Johann Kosak

    Scheinbar durfte da jemand testen der eigentlich keine Ahnung hat was er da hat.

  • #5322 Antwort

    Pitör Bäm

    Naja die Aussage das es grade bei „heißdruckern“ Sinn macht.. Naja….. Stimmt so leider nicht…. Da pla im vergleich zu vielen anderen Filamente (abs, petg, hips…) bei weit aus geringeren Temperaturen weich wird, sind die Titan heatbreaks grade da sinnvoller als sonst wo. Klar schont man das coldend beim heiß drucken damit.. Na und.. Es ist aus meist aus Alu oder peek oder direkt wassergekühlt… Das sollte es ab haben, es ist seine Bestimmung. 😂 Da die Spanne zwischen Erweichungstemperatur im Verhältnis zur Umgebungtemperatur bei pla weit aus geringer ist als bei abs und Co, wird es umso wichtiger das die Kühlleistung und die Funktion des heatbreaks vollkommen zuverlässig ist. Dies kann man mit Hilfe der Titan heatbreaks nunmal positiv bewirken, womit es grade bei „kaltdrucken“ Sinn macht. 😉

  • #5342 Antwort

    Isch

    Es wäre von Vorteil, wenn die Bilder, abgesehen vom Ersten, brauchbar wären.

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