Upgrade-Serie Teil 1: Zahnriemen und Zahnräder
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Wir erhalten immer mal wieder Anfragen, was man am Drucker denn verbessern kann oder sollte. Daher starten wir nun eine wöchentliche Upgrade-Serie für euch, in der detailliert auf einzelne Bauteile des ANET A8 / A6 eingehen und ihr auch gerne Fragen stellen könnt.


Eine wichtige Bauteil-Grundlage für ein gutes Druckbild muss immer gegeben sein.

Wir starten daher mit einem recht einfach austauschbaren Bauteil:
Die Zahnriemen und Zahnränder (auch Pulleys genannt).

Im Original werden diese zwar mitgeliefert, sind aber nicht unbedingt ideal. Die Pulleys die als Umlenkrolle eingesetzt werden, sind einfache Pulleys (glatt) ohne Zähne, und laufen gegen Pulleys mit Zähnen (an den Steppern) – das ist nicht unbedingt ideal und trägt manchmal auch zu einem unschönen Druckbild bei.
Außerdem sind die Zahnriemen im Original mit einem Stahlkern versehen, daher sind diese nicht elastisch sondern sehr starr, das ist in diesem Fall auch nicht ideal; aber eben günstiger für den Hersteller.

Wichtig ist bei unserem Vorhaben und Kauf, die Baugröße der Teile zu kennen:
Die verbauten Zahnriemen und Zahnräder sind alles Teile in der „Größe“ GT2.
Die Pulleys haben standardmäßig einen Innendurchmesser von 3mm und 16 Zähne.

To Buy: Riemen und Zahnräder (Pulleys)

Erstmal sollten die richtigen Riemen eingebaut werden.

Original werden, wie schon erwähnt, welche mit Stahlkern mitgeliefert (weißer Kern), empfehlenswert sind allerdings die mit einem roten Kern. Diese sind anstatt mit Stahl, mit einem Polyurethankern/Fiberglas versehen und etwas elastischer, was in diesem Fall die bessere Wahl ist.
Außerdem können bei diesem Vorhaben direkt die verbauten Umlenkrollen, im Original nur Kugellager ohne Zähne, durch Pulleys (Zahnräder) ersetzt werden.
Hier ist zu beachten, dass es zwei Größen gibt. 16 Zähne sind Standard, 20 Zähne sind auch möglich, allerdings müssen dann die Steps vom Drucker neu eingestellt werden. Dies könntet ihr ganz einfach über unseren XYZ-Rechner errechnen und umstellen.

Einfacher ist es aber, direkt 16-Zahn Pulleys zu kaufen und die Standardeinstellungen weiter zu verwenden.
Solltet ihr euch dennoch für die 20-Zahn Variante entscheiden, ist es empfehlenswert, auch die Pulleys am Stepper durch 20-Zahn Pulleys zu ersetzen.


Der Innendurchmesser der Zahnräder liegt standardmäßig bei 3mm – 5mm sind auch möglich, dann sollte aber beachtet werden, dass die Welle bzw. die Schraube für die Umlenkrolle auch ersetzt werden muss und nicht mehr alle gedruckten und unten verlinkten Halter passen.
Einen wirklichen Vor- oder Nachteil bringt keines der beiden, egal ob 16 oder 20 Zahn.
Wichtig ist nur die Umlenkrollen generell auf Zähne umzubauen. Dies bietet sich beim Riemenwechsel natürlich direkt mit an!

To Print: Riemenspanner zum Ausdrucken

Hier gibt es bereits diverse fertige Lösungen die gedruckt werden können und gleich mit dem Riemen und den Zahnrädern mitgewechselt bzw. eingebaut werden sollten. Es muss aber beachtet werden dass nicht alle Spanner gut sind!

Beispielsweise gibt es einen X-Riemenspanner der die Umlenkrolle an die Innenseite verschiebt, allerdings ist dieser sehr wackelig und begrenzt die X Achse im maximalen Fahrweg.
Als einer der Besten für die X-Achse hat sich dieser hier herauskristallisiert:
http://www.thingiverse.com/thing:1683070 (am besten direkt aus PETG drucken, da dies das stabilere Material ist)

Für die Y-Achse hat sich dieser Spanner als sehr gut erwiesen, auch die Schraube ist sehr brauchbar und der Riemen lässt sich damit einfach spannen.
http://www.thingiverse.com/thing:1959208

Die Riemen sollten immer so fest gespannt sein, dass er bei Bewegung der Achsen nicht springt.
Auch wichtig ist, dass der Holder vom Heat Bed richtig rum installiert wird, so dass der Steg in der Mitte nach unten zeigt und der Riemen darunter befestigt wurde. Ansonsten bildet sich in Richtung Heat Bed ein Bauch nach oben und der Riemen fährt nicht mehr exakt genug. Hier auch unbedingt insgesamt vier (!!) von den schwarzen Befestigungsteilen verwenden, jeweils eins über und eins unter dem Riemen – somit ist gewährleistet dass der Riemen keinen Bogen macht.

Falls ihr weitere Fragen oder Anregungen habt, gerne in die Kommentare – ansonsten geht es nächste Woche mit unserer Upgrade-Serie weiter.

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Dieses Thema enthält 9 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Andre vor 8 Monate, 1 Woche.

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  • #1668 Antwort

    t0bse
    Keymaster

    Wir erhalten immer mal wieder Anfragen, was man am Drucker denn verbessern kann oder sollte. Daher starten wir nun eine wöchentliche Upgrade-Serie für euch, in der detailliert auf einzelne Bauteile des ANET A8 eingehen und ihr auch gerne Fragen stellen könnt. Eine wichtige Bauteil-Grundlage für ein…
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  • #1684 Antwort

    Marc

    Sehr guter Beitrag. Die Spanner sind meiner Meinung nach nur für den A8 zu ververwenden. der A6 baut ja anderes auf.

  • #1685 Antwort

    Hugo Print

    man sollte noch explizit darauf hinweisen, dass die Front Plate nicht symmetrisch ist, man also dieses Teil richtig herum verschraubt, damit der Y Riemen gerade läuft. Habe ich auch nach 14 Tagen gemrkt und korrigiert.

  • #2499 Antwort

    3DNewbie

    Deine ganzen Tipps hast Du aber nur irgendwann mal im Internet gelesen und unreflektiert umgesetzt, oder?

    Anders ist es imho nicht zu erklären, dass die „neuen“ Kugellager, die ebenfalls einfach nur auf eine Schraube gesteckt werden besser sein sollen, als die alten.

    Ausserdem ist es doch Quatsch, dass die Umlenkrollen dieselbe Anzahl Zähne haben soll die das Antriebsritzel. Gibts dafür auch nur einen einzigen belegbaren Grund? Die Teilung (T2) muss stimmen … sonst nix. Und mit irgendwelchen „Standard-Einstellungen“ haben Umlenkrollen nun wirklich nichts zu tun.

    Wirst Du von der Zubehör-Industrie gesponsert oder wie ist das zu erklären?

    Ich finde es übel, wenn unbedarfte Einsteiger so verschaukelt werden …

    cu,

  • #2753 Antwort

    BeNoise
    Teilnehmer

    Tach´chen,

    vielleicht wäre es vom vorteil wenn es bei Upgrade News oder Empfehlungen auch Bilder vom zu Erwartenden Ergebnis geben würde um eine
    eventuelle Kaufentscheidung zu begünstigen.

    Ansonsten eine Top Website habt Ihr hier, ein paar mehr Informationen wären aber auch ned schlecht.
    Die Infos sind für ein NewBee schnell durch gelesen 😀

  • #3401 Antwort

    Printstyle
    Teilnehmer

    @3DNewbie

    Moin Moin,

    als ich den Post von 3DNewbie gelesen habe ist mir bei dem Mumpitz fast die Spucke weg geblieben.

    Ich stelle mir die Frage ob 3DNewbie den Artikel nur sporadisch überflogen hat oder vielleicht des Lesens gar nicht mächtig ist, des weiteren scheint er absolut null technisches Verständnis zu haben da seine Aussagen definitiv völlig neben der Sache liegen.

    Er schrieb: „Anders ist es imho nicht zu erklären, dass die “neuen” Kugellager, die ebenfalls einfach nur auf eine Schraube gesteckt werden besser sein sollen, als die alten.“

    Das ist ganz einfach zu erklären, es geht um die Pulleys, die Originalen vom Anet A8 / A6 sind glatt und haben KEINE Zähne, die empfohlenen Pulleys HABEN Zähne sorgen somit für einen besseren Lauf des Zahnriemens was im Endeffekt das Druckbild verbessert.

    Desweiteren schrieb er: „Ausserdem ist es doch Quatsch, dass die Umlenkrollen dieselbe Anzahl Zähne haben soll die das Antriebsritzel. Gibts dafür auch nur einen einzigen belegbaren Grund? Die Teilung (T2) muss stimmen … sonst nix. Und mit irgendwelchen “Standard-Einstellungen” haben Umlenkrollen nun wirklich nichts zu tun.“

    Diese Aussage ist, wie soll ich es schonend sagen, ein kaum zu übertreffender Blödsinn! Nun mal zu den Fakten: der Anet A8 / A6 wird mit T2 16 Zahn-Ritzeln geliefert, wenn ich dann Pulleys mit Zähnen nachrüsten möchte nimmt man doch natürlich Pulleys die identisch sind zu den Antriebsritzeln da sonst meine Riemenübersetzung eine andere wird als zuvor. Beispiel hierfür ist das Fahrrad, ich denke das macht jedem deutlich was verschieden große Übersetzungen  bewirken, und das ist definitiv nicht das was man haben will wenn es um Präzision im 3D-Druck geht.

    Wenn man dann 20-Zahn-Ritzel und 20-Zahn-Pulleys verwendent stimmen die Motor-Steps der Standardeinstellungen definitiv nicht mehr und MÜSSEN angepasst werden.

    Aus meiner Sicht und Erfahrung ist der obige Artikel völlig richtig und für einsteiger eine sehr gute Hilfe!

    Nun zu meiner Person, ich würde mich als sehr sehr erfahren im Umgang mit China-Druckern besonders mit denen von Anet bezeichnen da ich seit mehreren Jahren bereits mit und an den Geräten arbeite. Ich selbst besitze 3 Anet A8 und 2 Anet A6 welche ich alle vollständig umgebaut und überarbeitet habe. Auf Anet A8 Basis habe ich selbst eigene 3D-Drucker gebaut die einen Bauraum von bis zu 410x410x410 mm haben also von daher sollte ich wohl wissen wovon ich rede….

    Ich finde es übel, wenn unbedarfte Einsteiger ohne jegliches Wissen andere angreifen und wiederum andere verunsichern!

  • #3477 Antwort

    chrismcl

    Hallo zusammen,

    ich hab, nachdem ich den Artikel gelesen hab, mir die Racksoy umlenkrollen mit 16 Zähnen bestellt. Als diese nun angekommen sind, habe ich mir direkt den Spanner für die Y-Achse aus thingiverse gedruckt. Nun stelle ich fest, dass die Umlenkrollen dafür wohl zu dick sind, die passen zwar rein in die Halterung, lassen sich aber nicht drehen, da zu stramm. Gibt es irgendwo evtl eine andere Vorlage bei welcher man so ca. 0,5-1mm mehr Platz hat ?

  • #3631 Antwort

    Teddy

    Hi, ist das update am Cr-10 auch sinnvoll? wenn ja welche Teilung haben die Pulleys die benötigt werden?

    LG

  • #4952 Antwort

    Andre

    Also, so ganz kann ich dem nicht zustimmen, dass es egal sei, ob 20 oder 16 Zähne: Je mehr Zähne vorhanden sind (bei gleicher Zahngröße), desto größer ist der Radius, also um so kleiner die Biegung, welche der Riemen mit machen muss. Für die Haltbarkeit ist ein größerer Radius grundsätzlich besser.

    Ob „federnde“ Riemen wirklich besser sind, ist fragwürdig. Eigentlich sollen Positionen exakt angefahren werden – und der Drucker hier gerade nicht nachfedern. Die federnden Riemen machen eigentlich nur Sinn, weil die Umlenkradien auch bei 20 Zähnen viel zu klein für eine dauerhafte Haltbarkeit von stahlbewehrten Riemen sind. Allerdings sind Riemen schnell gewechselt und auch ziemlich billig. Außerdem gibt es auch GT2 Antriebe mit bis zu 60 Zähnen für wenige € – da hat man dann einen Durchmesser, bei dem stahlbewehrte Zahnriemen keine Probleme machen. Man muss natürlich vorher schauen, ob der dann größere Abstand zwischen hin- und zurücklaufendem Riemen zum Aufbau des Druckers passt und man (ggf. durch Anpassung des Halters auf der Unterseite des Druckbretts (y-Achse) bzw. Überarbeitung des Schlittens der x-Achse) eine grade Führung des Zahnriemens hinbekommt. Allerdings bedingt der Wechsel von 20 auf 60 Zähne natürlich auch eine Verdreifachung des Weges bei gleich vielen Steps (oder umgekehrt: die Steps je cm müssen auf ein Drittel reduziert werden). Der Motor muss also das dreifache Drehmoment aufbringen (meist nicht das Problem, aber bei knapp bemessenen Motor käme hier noch ein Upgrade auf einen zu). Ich habe mir gleich mal welche bestellt, zum Probieren…

    Die möglichst gerade Führung des Zahnriemens ist auch der Grund, warum man auf beiden Seiten die gleiche Zahnzahl verwenden sollte – sonst hat man nicht auf beiden Seiten den gleichen Durchmesser und damit keinen konstanten Abstand des Riemens zwischen Hin- und Rückführung. Eine „Übersetzung“ findet nämlich – entgegen anders lautender Kommentare – nicht statt. Die Umlenkrolle treibt ja nichts an – wie schnell sie sich dreht, ist also völlig irrelevant. Um beim Vergleich mit dem Fahrrad zu bleiben: Das Fahrrad ist hinten aufgebockt. Wie schnell das Rad (die Umlenkrolle) dreht, interessiert nicht, sondern die Geschwindigkeit der Kette, weil die ja den Drucktisch/den x-Carrier antreibt. In diesem Punkt hat 3dNewbee also recht (wegen des durch den unterschiedlichen Durchmesser schräg laufenden Riemens dann aber unterm Strich doch nicht). Auch hat die Zahnzahl der Umlenkrolle natürlich nichts mit der Zahl Steps/cm zu tun (auch da liegt 3dNewbee richtig), da die Umlenkrolle nicht angetrieben wird. Allerdings gilt auch hier: Gerade Riemenführung bedeutet ggf. paarweisen Tausch von Umlenk- und Antriebsrolle (Prusa-Style Drucker, bei CoreXY ist das anders) – und andere Zahnzahl bei der Antriebsrolle erfordert natürlich eine Korrektur der Steps/cm.

    Was übrigens sehr irritierend ist, ist die automatisch eingeblendete Werbung von Amazon auf dieser Webseite. Ausgerechnet für glatte Umlenkrollen… Da kann aber der Verfasser natürlich nichts für – und ist für jeden Besucher auch anders (je nachdem, was er vorher auf Amazon geschaut hat).

    Bei mir wird auch ein Kugellager als Umlenkrolle gezigt – ich vermute mal, 3dNewbee ist hier eher Amazon-Werbe-Newbee und hat schlicht nicht erkannt, dass das nicht zum Artikel gehört, sondern eine automatische – zum Artikel gar nicht passende – Werbeeinblendung ist.

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Antwort auf: Upgrade-Serie Teil 1: Zahnriemen und Zahnräder
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